Mind-Akademie

Programm der Mind-Akademie 2010

Vorträge

Workshops/weitere Programmpunkte

Programmbeschreibungen

Transsexualität - die Transformation von Mann-zu-Frau (Vortrag)

Du bist ein Mann! Das sagt wenigstens der Körper und `die Anderen´. Doch die eigene Geschlechtsidentität sagt etwas anderes! Wie kann das sein? Warum fühlen wir uns als Mann oder als Frau? Was macht Transsexualität aus? Was sind die Ursachen? Wie verändert sich das Leben der Betroffenen durch die Diagnose der Transsexualität? Dieser Vortrag soll sich mit der Transsexualität aus verschiedenen Blickwinkeln, wie Medizin und Psychologie befassen. Es ist ein Versuch Antworten auf die vielen Fragen zu geben und diese zu diskutieren. Besonderes lebendig wird das Ganze durch die Möglichkeit etwas über die Gedanken und Erfahrungen einer betroffenen Person zu hören.

Dr. med. Christine Bauer, geboren 1983. Abitur 2003. 2003-2009 Studium der Humanmedizin in Münster. 2005-2010 Doktorandin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster, Promotion im April 2010 ("Mentale Rotation bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen und Männern ohne Geschlechtsidentitätsstörung"). Seit 01.2010 Assistenzärztin in der Klinik für Neurochirurgie am Evangelischen Klinikum Bielefeld.

Jutta Ziemes, geboren 1987 in Krefeld im Rheinland; Abitur 2007; studiert seit 2008 die Wissenschaft Psychologie und die Kunst der Philosophie in Trier.

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Transformation von Risiken (Vortrag)

Der Grund für die Konstruktion vieler komplexer Finanzprodukte ist die Transformation von Risiken. Die transformierten Risiken sollen passgenau abgestimmt sein auf den Risikoappetit des Interessenten, bzw. des Investors. Grundsätzlich ist die Risikotransformation eine der zentralen und wichtigen Aufgaben des Finanzsektors. Trotzdem kommt z.B. Warren Buffet zu der Schlussfolgerung, dass Derivate (als ein Beispiel für komplexe Finanzprodukte)„Massenvernichtungswaffen“ seien. Auch für die jüngste (Finanz-)Krise werden sie als Schuldige dargestellt. Der Vortrag wird auf die Funktionsweise von prominenten komplexen Finanzprodukten eingehen. Es werden quantitative und strukturelle Gründe für Fehlbewertungen betrachtet, und ein Ausblick in die Zukunft dieser Art von Risikotransformation gewagt.

Dr. Henning Christ hat Physik in Marburg und Heidelberg studiert. Seine M.Sc. Arbeit fertigte er in Tucson, Arizona an. Im Rahmen seiner Promotion in theoretischer Physik hat er sich mit Quantencomputern in Festkörpersystem beschäftigt. Momentan arbeitet er als Risikomanager in der Finanzbranche.

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Zwischen Störfall und Weltuntergang. Zur literarischen Transformation von Technikkatastrophen (Vortrag)

Die Antwort auf die Frage, unter welchen Voraussetzungen Unglücksfälle, die sich auf technischen Gebieten ereignet haben, als ‚Katastrophen’ bezeichnet werden, hängt nicht nur von tatsächlichen, statistisch erfassbaren Unfallfaktoren ab, sondern offensichtlich auch mit dem Katastrophenbewusstsein des jeweiligen Betrachters zusammen, das durch die sachlich berichtende Wiedergabe desaströser Geschehnisse, aber auch durch ihre ästhetische Transformation geprägt ist. Dieser Vermittlungsaspekt, der als distinktives semantisches Merkmal sowohl dem Begriff der ‚Technik’ als auch dem der ‚Katastrophe’ inhärent ist, wird an historischen Fallbeispielen wie dem Untergang der Titanic (1912) und dem GAU von Tschernobyl (1986) und ihrer literarischen Darstellung erläutert, wobei deren besondere Bedeutung für das Verständnis von Technikkatastrophen aufgezeigt werden soll.

Prof. Dr. Rudolf Drux, Studium der Germanistik, Latinistik und Komparatistik; Staatsexamen (1973), Promotion (1976) und Habilitation (1984) in Köln; von 1992-1996 Prof. für Deutsche Literatur an der TU Darmstadt, ebd. Mitbegründer des Graduiertenkollegs ‚Technisierung und Gesellschaft’; seit WS 96/97 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln; seit 2008 Direktor des dortigen Zentrums für Moderneforschung und Sprecher der Moderne-Klasse der Forschungsschule 'a.r.t.e.s.'. Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur vom Frühbarock bis zum Nachmärz und des 20. Jahrhunderts; Metaphorologie und Motivforschung, bes. in Hinsicht auf Interferenzen zwischen Rhetorik und Poetik, Literatur- und Technikgeschichte, v.a . am Beispiel des technisch reproduzierbaren Menschen. Zu diesen Gebieten zahlreiche Aufsätze und Buchpublikationen.

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TranceFormation (Workshop)

Hypnose — ein Wort, viele Mythen. Ein fremdes Phänomen? Keineswegs, denn wir alle erleben Hypnose täglich, ohne dass uns dies bewusst ist / wird. Allerdings ist Hypnose trainierbar und somit bewusst einsetzbar — als (mentale) "Hirnleistung" — und das nicht nur nicht nur im medizinischen oder im sportlichen Bereich. In diesem Workshop geht es darum, Hypnose unbewusst und bewusst zu erleben und eigene, persönliche Ressourcen in Erfolg zu transformieren. Also komme persönlich, bringe ein Ziel mit, das du gerne erreichen möchtest und probier's doch einfach aus! Denn es ist ein Workshop: selbstorganisatorisch, systemisch, hypnotisch — einfach, nachhaltig und zeitgemäß.

Jens von Lindeiner (geb. 1967) transformierte vom Bankkaufmann und Betriebswirt (VWA) über den Managment Consultant (VWA) zum Persönlichen Mental-Trainer für Beruf & Sport mit Diplom in Psychologie und Master in medizinischer, selbstorganisatorischer Hypnose. Er selbst bezeichnet sich am liebsten als HypnosystemCoach, denn "viele Themen, die uns täglich beschäftigen, sind systemisch eingebunden und am leichtesten in Hypnose bearbeitbar".

Michaela Eich (geb. 1986), Diplom-Psychologin und medizinische Hypnotherapeutin, arbeitet und lebt in der schönen Eifel. Zur Zeit absolviert sie die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin und promoviert im Fachbereich Psychobiologie der Universität Trier. In ihrem Berufsleben geht es - sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschungsarbeit - immer um Transformationen in den unterschiedlichsten Facetten und auch privat lebt sie nach dem Motto "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu".

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Risikotransfer: Wie katastrophale Schäden von Wirtschaft und Gesellschaft in ein erträgliches Maß transformiert werden können (Vortrag)

Unsere moderne Welt ist komplex und damit verwundbar, durch Naturgewalten, technische Unglücke und vieles mehr. Doch sie hat Methoden entwickelt, katastrophale Schäden — oder zumindest deren ökonomische Folgen — zu bewältigen, und ist damit eigentlich sehr erfolgreich. Dabei spielen Versicherungen eine fundamentale Rolle, aber auch das Rechtssystem und viele andere staatliche Maßnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag, der uns oft gar nicht bewusst ist. Bei der Betrachtung dieses Geflechts wird klar werden, dass eine effektive Katastrophenbewältigung manchmal nur um den Preis zu haben ist, dass es dabei nicht ganz gerecht zugeht, und wir werden hierzu ausführlich das World-Trade-Center-Attentat betrachten — als Paradebeispiel, wie eine Gesellschaft einen existenzbedrohenden Schaden bewältigt, indem sie für einen Moment ihre eigenen Regeln bricht.

Michael Fackler, Jahrgang 1967, stammt aus einer Allgäuer Musikerfamilie und hat in München und Pisa Mathematik studiert. Er ist freiberuflicher Aktuar (geprüfter Versicherungsmathematiker). In langjähriger Tätigkeit bei Rückversicherungen hat er nicht nur die traditionellen Versicherungslösungen zur Abfederung von großen Schäden kennengelernt, sondern auch das komplexe Umfeld aus staatlicher Regulierung, Haftungsbedingungen, etc., das es unserer modernen Gesellschaft ermöglicht, große Risiken einzugehen. Michael Fackler ist seit 1988 bei Mensa. Für den Verein und für MHN ist er vor allem aktiv als Referent und Organisator von Vorträgen, daneben hat er die Endredaktion von Tagungsbänden der MinD-Akademien übernommen.

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Transformation der Arbeitswelt vom militärischen Top-Down zum Mitarbeiterzufriedenheitsmanagement. Ein Praxisbericht (Vortrag)

In der Industrialisierung mussten Menschen anfangs wie Maschinen funktionieren: Immer derselbe Handgriff am Fließband, etc. Was zu tun war, war schematisch vorgeschrieben, top-down wie beim Militär. Das war der damaligen Arbeitsstruktur angemessen, aber eine stetige wachsende Zahl von Menschen hat heute ganz andere Aufgaben, z.B. flexibles Troubleshooting oder produktives Verarbeiten von Wissen in vernetzten Teams. Das bringt das Firmenmanagement in einen Zwiespalt. Einerseits soll und will es dem Unternehmen die Richtung vorgeben, andererseits sind die Tätigkeiten nicht mehr so, dass man sie auf einfache Weise vorschreiben und kontrollieren kann, z.B. dann, wenn man auf hohe Flexibilität, schnelles autonomes Handeln einzelner Mitarbeiter oder gar auf Kreativität angewiesen ist. Eine zentrale und wachsende Rolle spielen heutzutage Vertrauen und Loyalität, die stark von der Zufriedenheit der Angestellten und zahllosen menschlichen und kulturellen Faktoren abhängen. In diesem lang dauernden Umbruch des Wirtschaftslebens kann man oft ein Nebeneinander mehrerer Generationen von Unternehmensphilosophien beobachten und erlebt ein Hin und Her zwischen Aufbruchsstimmung und konservativen Reflexen. Und man könnte (und sollte) ein paar grundsätzliche Fragen zur Unternehmensführung in der Wissensgesellschaft stellen.

Lebenslauf von Michael Fackler: siehe voriger Eintrag

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Bücherschaulaufen (Workshop)

Etwas, was sich auf dem diesjährigen Mensa-JT in Dortmund spontan entwickelt hat, soll nun als Event auf der MinD-Akademie stattfinden: Jeder, der ein Buch gelesen hat, das er gaaanz toll findet und unbedingt weiterempfehlen will, stellt es kurz vor. Damit das Event nicht die ganze Nacht dauert und wir ein wenig planen können, gibt es für die "Referenten" einen gewissen Rahmen: a) Redezeit 3-5 min, b) "Ausfüllen eines kurzen Fragebogens vor der Akademie, der hier abrufbar ist. Daraus erstellen wir dann die Liste der: MHN Top Books 2010. Die wichtigsten Fragen sind folgende: 1. Wie hat dieses Buch mein Leben verändert? 2. Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen?"

Michael Fackler stammt aus einer Allgäuer Musikerfamilie, hat in München und Pisa Mathematik studiert und arbeitet als freiberuflicher Versicherungsmathematiker. Als langjähriges Mensa- (seit 1988) und MHN-Mitglied hat er schon viele großartige Buchempfehlungen bekommen und möchte mit dem Bücherschaulaufen dazu beitragen, dass sich gute Bücher auch weiterhin rasch herumsprechen.

Jan Sieckmann, Jahrgang 1971, verschlingt Gedrucktes zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Ansonsten ist er Onlinemarketingmanager eines Ferienhausvermieters, freier Kreuzworträtselautor und Historiker. Er lebt und liest in Köln.

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Die UNO von innen - Perspektiven aus der Sicht eines Mitarbeiters nach 30 Jahren Erfahrung (Vortrag)

Der Vortrag geht zunächst auf die Rolle der UNO in der internationalen Architektur der Staatengemeinschaft ein. Dabei betrachtet er insbesondere einerseits die sich ständig wandelnden Herausforderungen und andererseits ihre zum Teil selbstgemachten Probleme. Der zweite Teil des Vortrags beleuchtet den Einfluss der UNO bei Transformationsprozessen anhand von Beispielen einiger Projekte der technischen Zusammenarbeit.

Peter Fröhler hat seine Berufslaufbahn am Institut für Weltwirtschaft in Kiel begonnen und war dann 30 Jahre bei den Vereinten Nationen in Genf beschäftigt. Seit 2007 ist er im Ruhestand. Bei der UNCTAD (United Nations Conference for Trade and Development) hat er alle höheren Ränge vom Einsteiger als Programmierer bis zum Direktor durchlaufen und dabei einen reichen Erfahrungsschatz gesammelt. Er war unter anderem für Projektimplementierungen in über 100 Ländern verantwortlich. Als Vorsitzender von vielen Stellenbesetzungs- und Beförderungsausschüssen hat er auch detaillierte Kenntnisse von internen Verwaltungspraktiken erworben.

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Powerpoint-Karaoke - Transformation unbekannter Slides in spontane Vorträge (Workshop)

Wer kennt sie nicht aus seinem beruflichen oder studentischen Alltag: Präsentationen, bei denen der Vortragende nicht so recht zu wissen scheint, über was er da eigentlich gerade referiert. In diesem Workshop wollen wir diesen Präsentationsstil, auch Powerpoint-Karaoke genannt, zur sportlichen Disziplin erheben und in einer Mischung aus Präsentationstraining und Theatersport auf unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise unsere Präsentationsfähigkeiten trainieren: Jeder Teilnehmer wird die Gelegenheit haben, einen ihm völlig unbekannten Foliensatz in Szene zu setzen und dem Publikum in Form der anderen Workshop-Teilnehmer zu präsentieren. Spezielle Vorkenntnisse sind keine nötig. Bereits einmal präsentiert zu haben garniert mit einem Hauch von Spontanität ist aber sicherlich hilfreich.

Thilo-Alexander Ginkel, Jahrgang 1979, hat Informatik studiert und hat seit seiner Jugend Spaß an der Entwicklung von Software. Weniger Spaß bereitet ihm dagegen das Verfolgen zäher Präsentationen, was in ihm schlussendlich die Idee zu diesem Workshop reifen ließ.

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Prof. Dr. Ulrich Greveler: Verwandlung des Netizen zum Netzwesen: Wie gefährlich ist das „Real Life“? (Vortrag)

Derzeit finden Verwandlungsprozesse der Lebenswelt statt, die mit der zunehmenden Netznutzung zusammenhängen. Diese werden oft als Gefährdung der unbedacht handelnden Teilnehmer wahrgenommen: Gefahren sozialer Netzwerke, Allverfügbarkeit ortsbezogener Dienste, datenschutzfreies Leben in der Netzgemeinde, Datenkraken überall. Aber ist diese Wahrnehmung korrekt? Oder ist das Real Life vielleicht doch gefährlicher? Wir betrachten das Leben eines Netzwesens, das gelegentlich auf Warner und Mahner hört.

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler, Jahrgang 1972, ist Professor für Informatik am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Fachhochschule Münster und leitet dort das Labor für IT-Sicherheit. Er publiziert zu den Themen Informationssicherheit, technischer Datenschutz, Kryptographie und Durchsetzung digitaler Rechte. Nach dem Studium in Gießen und mehrjähriger Industrietätigkeit forschte und promovierte er an der Ruhr-Universität Bochum.

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Entrepreneurship (Vortrag)

Der Bereich Entrepreneurship hat in den vergangenen Jahren nicht nur das verstärkte Interesse der Politik sondern auch von Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen hervorgerufen. In diesem Vortrag soll ausgehend von einer kurzen Schilderung der Grundlagen dieses Themenbereichs dargestellt werden, wie man seine persönlichen Ziele im Rahmen von Entrepreneurship verwirklichen kann. Obgleich Entrepreneurship oftmals mit dem Aufbau von Wachstumsunternehmen gleichgesetzt wird, zeigen immer mehr Studien, dass sich Gründer in vielfältiger Weise durch den Aufbau eines neuen Unternehmens verwirklichen können und dass dabei nicht notwendigerweise die Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen muss.

Marc Gruber was born in Munich, Gemany, in 1972. He graduated in management from the University of St. Gallen in 1995 and received a PhD in management from the same university in 2000. In spring 2005, he received a venia legendi from the Munich School of Management for his habilitation thesis on marketing in new ventures. He joined EPFL in the fall of 2005 coming from the Munich School of Management, University of Munich, where he was the vice-director of the Institute of Innovation Research, Technology Management and Entrepreneurship (INNOtec) and manager of the ODEON Center for Entrepreneurship. He has held several visiting scholar posts at the Wharton School, University of Pennsylvania, where he conducts research on technology commercialization and entrepreneurial marketing. Marc Gruber's research focuses on new venture creation and the commercialization of innovative technologies. He has published his research in several prestigious scientific journals such as "Management Science", "Organization Science", "Journal of Business Venturing", and "Entrepreneurship Theory & Practice".

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Kunst und Kosmologie (Vortrag)

Der Einfluss der Sonne, des Mondes und der Kometen auf den Menschen wurde in vielen Kulturen in göttlichem oder kultischem Zusammenhang gesehen. Die künstlerischen Darstellungen dieser Himmelskörper wurden vor dem 19. Jahrhundert aber nicht von der Wissenschaft inspiriert. Heutzutage dagegen sind die Errungenschaften der Wissenschaft in aller Munde. Sie werden durch die Medien schnell und wirkungsvoll verbreitet. Das dramatische Anwachsen der Popularisierung von wissenschaftlichen Ergebnissen hat die Kunst stark beeinflusst. Hier sind es insbesondere die Astronomie und Kosmologie, aber auch die Quanten- und Elementarteilchenphysik, die Ideengeber für die bildende Kunst, aber auch für die Dichtung und Musik sind.

Prof. Dr. Claus Grupen studierte Mathematik und Physik an der Universität Kiel und promovierte dort 1970 in Physik mit einem Thema aus der kosmischen Strahlung. Nach einem längeren Gastaufenthalt an der University of Durham (England) wechselte er in die Beschleunigerphysik und arbeitete am Deutschen Elektronensynchrotron DESY in Hamburg und am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf auf dem Gebiet der Elektron-Positron Wechselwirkungen. Nach seiner Habilitation im Jahre 1975 ist er seit 1980 Professor an der Universität Siegen. Es folgten einige Aufenthalte als Gastprofessor an der University of Tokyo. 1995 erhielt er als Mitglied der PLUTO-Kollaboration von der Europäischen Physikalischen Gesellschaft den 'Special High Energy and Particle Physics Prize' für die Entdeckung des Gluons. Nach seiner Emeritierung im Jahre 2006 hat er angefangen, seine Lehr- und Fachbücher mit Cartoons zu illustrieren.

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Transformationen in der Mathematik, und der Weg zum Chaos (Vortrag)

Mathematik beschreibt unter Anderem, wie sich ein Zustand in einen anderen überführen läßt. Interessanterweise stellt sich heraus, dass ganz einfache und leicht verständliche Transformationen, mehrfach angewendet, zu ganz unerwarteten Mustern und Verhaltensweisen führen. Dies wird in diesem Vortrag genauer beleuchtet.

Prof. Roland Gunesch hat an der Universität Bonn, der University of Warwick und der Pennsylvania State University Mathematik, Physik und Informatik studiert und in Mathematik promoviert. Er ist Professor für Mathematik an der Universität Hamburg. Seine Arbeiten befassen sich vor allem mit dem Thema Dynamische Systeme ("Chaos").

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Impro-Theater für Einsteiger: die Transformation zum Schauspieler! (Workshop)

Impro-Theater ist aufregendes Theater ohne vorheriges Textauswendiglernen. Wie durch eine magische Verbindung lassen gute Impro-Spieler immer wieder neue Szenen entstehen, die der vorher Gezeigten in Punkto Spannung und Überzeugungskraft in nichts nachsteht. Impro-Theater ist das Er-Leben von immer neuen Transformationen — schnell, spannend, und humorvoll im Sicherheitsnetz der Mitspieler! Doch wie genau schafft man es, aus dem Nichts ein Zusammenspiel mit den Kollegen entstehen zu lassen? Was brauche ich für eine gute Szene, wie bekomme ich die zündenden Ideen, wie definiere ich meine Rolle am Besten, ...? In diesem Workshop wird es darum gehen, Impro-Neulingen die Grundlagen des flexiblen und kreativen Spielens näher zu bringen. Er ist für all diejenigen gedacht, die neugierig darauf sind, in neue Rollen zu schlüpfen und auszuprobieren, wie es sich anfühlt, spannende Geschichten vor Publikum zu spielen. Ob ihr bereits Theatererfahrung habt oder nicht spielt dabei keine Rolle, teilnehmen kann jeder der bereit ist sich auf ein äusserst unterhaltsames Abenteuer einzulassen. (PS: im Fernsehen war das ganze System auch schon zu beobachten und hiess dort "Frei Schnauze")

Markus Gyger studierte von 2001 bis 2006 im englischsprachigen "International Physics Study Program" an der Universität Leipzig. Seit Februar 2007 promoviert er an derselben Universität in der Abteilung für Physik der weichen Materie. Seit 2002 ist Markus Gyger ehrenamtlicher Trainer in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Er moderierte zahlreiche Seminare und Workshops, beispielsweise auf der Kinderrechtetagung der Stadt Leipzig, für die Friedrich Ebert Stiftung und im Rahmen von Mensa/MHN und führte eine Reihe von Projekttagen an Schulen und Berufsschulen im Rahmen des Netzwerkes für Demokratie und Courage und der DGB Berufschultouren durch. Als Doktorand in der Physik hielt er zahlreiche Vorträge auf Tagungen und internationalen Konferenzen. Kontakt mit Improtheater hatte er zum ersten Mal von einigen Jahren auf einem der zahlreichen MHN-Improtheaterworkshops. Seit dem spielt er leidenschaftlich gerne und so oft sich die Gelegenheit bietet. "Die Verknüpfung dieser Erfahrungen aus den Seminaren und Vorträgen und der Spontanität, die sich aus dem Improtheater entwickelt hat mich von Anfang an fasziniert, daraus ist dann die Idee für unseren diesjährigen MinD- Akademie Workshop geworden."

Thorsten Michael Kreissig kann auf eine mensatypisch abwechslungsreiche Karriere als Darsteller, Regisseur, Choreograph, Videoregisseur, Eventmanager und Coach zurückblicken. Als Schauspieler und Musicalperformer hat er für Bühne, Film und Fernsehen gearbeitet. Als Regisseur hat er Mehr als 120 Produktionen unterschiedlichster Stilrichtungen (von Opern, Balletten und Musicals bis zu Modenschauen und Erlebnis-Events) hat er in Szene gesetzt. Engagements führten ihn u.a. ans Theater des Westens Berlin, Staatsoper Unter den Linden Berlin, Bayrisches Staatsschauspiel München, Opernhaus Graz, Internationale Musikfestwochen Luzern, Stadsteater Malmö, Türkische Staatsoper Izmir und ans Kennedy Center Washington. 2007 war er als Projektmanager des Cranko Festivals "Cranko Moves Stuttgart" beim Stuttgarter Ballett engagiert, wo er nicht nur das erste Public Viewing für Tanz auf dem europäischen Kontinent betreute, sondern mit seiner Aktion "Dance the Cranko" eine ganze Stadt zum Tanzen brachte. Videos zu "DtC" und anderen Projekten sind auf Facebook zu finden.

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Optimales Präsentieren! Transformations-Tipps und Tricks der Theaterprofis (Workshop)

In unserer heutigen Zeit muss man sich ständig präsentieren, ob bei Vorträgen auf Konferenzen, bei Bewerbungsgesprächen oder in mündlichen Prüfungen. Und wer kennt sie nicht, die fiese Frage, auf die man sich nicht vorbereitet hat? Man spürt, dass sie gestellt wurde um dem Vortragenden oder dem Prüfling zu signalisieren, dass der Fragende viel mehr Ahnung hat. Aber wie geht man damit um? Oder man steht plötzlich da und hat alles vergessen, auf das man sich vorbereitet hat, ein Blackout, was nun?
In diesem Workshop wird es darum gehen, einige erstaunliche Antworten aus der Trickkiste des Impro-Theaters auf diese und andere Vortrags- und Prüfungssituationen zu präsentieren. Die Teilnehmenden sollten bereits Erfahrung mit den Grundtechniken des Impro-Theaters haben. Für Impro-Neulinge empfehlen wir den Workshop Impro-Theater für Einsteiger: die Transformation zum Schauspieler! auf dieser MinD-Akademie.
Und vielleicht wird ja der Eine oder Andere zu der Erkenntnis kommen, dass man sich auf viele Situationen als Impro-Künstler gar nicht mehr vorzubereiten braucht ...

Lebenslauf von Markus Gyger und Thorsten Michael Kreissig: siehe voriger Eintrag

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Transformation unserer Gesellschaft durch lange Konjunkturwellen. Rückblick auf die letzten 200 Jahre und Ausblick auf die nächsten Jahrzehnte (Vortrag)

Bei Konjunktur und Rezession denkt man meist an Zyklen von wenigen Jahren mit ein wenig Auf und Ab von Angebot und Nachfrage. Nach der Theorie des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff (1892 - 1938) sind das aber nur oberflächliche Schwankungen, während die grundlegenden Wirtschaftszyklen Jahrzehnte dauern. Diese bringen tiefgreifende Innovationen im Wirtschaftsleben mit sich und parallel dazu markante gesellschaftliche Veränderungen. Ein Blick zurück auf die Ökonomie seit Beginn der Industrialisierung zeigt, dass es globale Wirtschaftkrisen, wie wir jetzt nach der Computerisierung eine erleben, schon mehrfach gegeben hat, etwa 1873 nach dem Eisenbahnbau und 1929 nach der Elektrifizierung. Jedes Mal brachten sie Dinge mit sich, die wir heute als typisch für unsere Zeit ansehen, z.B. Dumpinglöhne, wilde Spekulation am Kapitalmarkt, Orientierungslosigkeit der Politik, u.v.m. Wann der nächste große Konjunkturaufschwung kommt, wo man am meisten von ihm profitieren wird und auf welchen technologischen (oder vielleicht eher gesellschaftlichen?) Innovationen er beruhen wird, lässt sich schon erahnen. Wir sollten darauf aufbauend beginnen, unsere Gesellschaft für den neuen Zyklus fit zu machen.

Erik Händeler geboren 1969, ist als Buchautor und Zukunftsforscher vor allem Spezialist für die Kondratiefftheorie der langen Strukturzyklen. Nach einem Tageszeitungsvolontariat und Tätigkeit als Stadtredakteur in Ingolstadt studierte er in München Volkswirtschaft und Wirtschaftspolitik. 1997 wurde er freier Wirtschaftsjournalist, um die Konsequenzen der Kondratiefftheorie in die öffentliche Debatte zu bekommen. Dazu arbeitet er inzwischen auch eng mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx zusammen. Bücher: "Die Geschichte der Zukunft - Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen", "Kondratieffs Welt" und das Hörbuch "Der Wohlstand kommt in langen Wellen".

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Zur Transformation des Menschen - Technik als Bedingung der Möglichkeit menschlicher Existenz (Vortrag)

Seit seinen stammesgeschichtlichen Anfängen gibt es eine enge Wechselwirkung des Menschen mit der Umwelt. Eine zentrale Rolle hierbei spielt Technik, die in einem alten und weiten Verständnis jedes auf Herstellen gerichtete Können meint. Kultur- und Sozialtechniken sind hierbei ebenso zu erwähnen wie unterschiedliche Arten von Realtechniken. Mangels einer physiologischen Anpassung an viele Rahmenbedingungen waren Menschen hinsichtlich eines Selektionsvorteils zu einer artifiziellen Adaption an die Umwelt gezwungen. Die menschliche Entwicklungsgeschichte sorgte schließlich für immer komplexere Formen von Technik, die den Menschen mehr und mehr von seiner ursprünglichen Lebensweise entfernten. So durchlebte der Mensch verschiedene Transformationen, die stets mit der Technik in einem engen Zusammenhang standen. Der Vortrag wird sich mit diesem Prozess beschäftigen und die entscheidende Rolle der Technik als Bedingung der Möglichkeit menschlicher Existenz herausarbeiten. Obschon dies bereits seit Beginn menschlicher Handlungen gilt, kommt dieser Erkenntnis nicht zuletzt im Angesicht transhumanistischer Überlegungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine neue Bedeutung zu.

Thomas Heichele, M.A., geb. 1982, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Philosophie mit Schwerpunkt analytische Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Augsburg. Seit dem Abschluss des Philosophiestudiums 2008 arbeitet er an seiner Promotion mit einem Thema aus dem Spannungsfeld von Wissenschaftsgeschichte, Naturphilosophie und Technikphilosophie (Uni Augsburg/TU München). Nebenbei ist er in der Erwachsenenbildung tätig.

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Transformation von Schallwellen in Bewegung (Workshop)

In diesem Workshop greifen wir die Ergebnisse des WS aus 2008 auf und stellen sie in einen übergeordneten Zusammenhang. Die Teilnehmer werden in die Lage versetzt, bestimmte Grundprinzipien auf alle Schwungtänze (Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slow Foxtrott, Quickstep u. a.) zu übertragen; es handelt sich dabei um einen mehr deduktiven Ansatz als bei dem üblichen 'Schritte auswendig lernen'. Der ausführliche praktische Teil gibt auch Teilnehmern ohne Vorkenntnisse ausreichend Zeit, das gelernte zu vertiefen. Die Schwerpunkte werden mit den Teilnehmern abgestimmt. An den Abenden besteht die Möglichkeit, das Erlernte anzuwenden und zu vertiefen (Veranstaltungen außerhalb des Akademie-Programms).

Peter Heide studierte - nach seiner Ausbildung und Tätigkeit als Bankkaufmann und Sparkassenbetriebswirt - in Hagen Informatik/BWL mit einigen Semestern Geschichte, Medizininformatik und Rechtswissenschaften. Nach langjähriger Tätigkeit für diverse Unternehmensberatungsgesellschaften ist er seit 2007 selbständig als Berater in der IT-Branche. In seiner Freizeit widmet er sich u.a. mit dem hier vorgestellten Thema, welches er in unterschiedlicher Form nunmehr zum neunten Male im Rahmen einer Mensa-Veranstaltung behandelt.

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Gesundheitssysteme - Was müssen wir wissen und wer weiß es am besten? (Vortrag)

Public service projects are usually characterized by having a multitude of stakeholders. At the same time the success criteria for such projects, usually performance improvement, is less well defined than in the commercial sector where ultimately a project is successful if it has a positive effect on the bottom line. An important part of service design is to recognize which knowledge is needed, where it can be sourced from and how to ensure timely flow. In prevailing ad hoc approaches to public service design assumptions are made about the expertise of different stakeholders. In order to find out what is important for service design and test if these assumptions of expertise are valid, we asked three different stakeholder groups what they expect from a good service and investigated how each group values the contributions which were raised by other stakeholders but not by themselves. We will discuss the implications of these findings for design processes and the position of design within an organization. (Vortrag in deutscher Sprache)

Eva-Maria Hempe hat Physik in Muenchen, Regensburg, Erlangen und Cambridge studiert. Seit 2008 promoviert sie an der University of Cambridge in Engineering Design über Designprozesse im Gesundheitswesen. Sie interessiert sich besonders für Fragen des Knowledge Managements und Organizational Learning. Wenn sie nicht an ihrer Doktorarbeit arbeitet (die sie hoffentlich 2011 abschliessen wird), enagagiert sie sich in verschiedenen Universitätsvereinen, wie zum Beispiel der Studentenvereinigung ihres Colleges (desses Präsidentin sie 2008 war) oder der Blind Wine Tasting Society. Die meisten ihrer Engagements sind allerdings sportlicher Natur, so ist bzw. war sie Mitglied des Segelclubs, des Poloclubs, des Triathlonclubs und des Modernen Fünfkampfclubs. Sie hat fuer Cambridge Fußball und Rugby gespielt. Ihre große Leidenschaft ist allerdings das Rudern — 2007 hat sie mit der Reservemannschaft ihr Boatrace gegen Oxford gewonnen und 2008 wurde sie für das erste Boot ausgewählt.

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Reprogrammierung von Stammzellen - Eine neue Quelle unversalverträglicher Transplantate? (Vortrag)

In Deutschland werden jährlich über 4.000 Transplantationen durchgeführt. Es warten alleine hierzulande etwa 12.000 Menschen auf ein passendes Transplantat. Täglich sterben drei von Ihnen, weil nicht rechtzeitig ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht. Neben dem Mangel an Spenderorganen stellt insbesondere die Abstoßung des Transplantates durch das Immunsystem des Empfängers ein großes Problem dar. Die biotechnologische Herstellung von Transplantaten, die nicht als körperfremd erkannt werden können, stellt daher einen viel versprechenden Forschungsansatz dar. Seit kurzem steht eine Technik zur Verfügung, die es erlaubt, unterschiedliche Zelltypen eines jeden Menschen in echte "Alleskönner"-Stammzellen, sogenannte pluripotente Stammzellen zurück zu verwandeln. Man spricht dabei vom Reprogrammieren von Zellen zu induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS). Diese Zellen besitzen die Eigenschaft, in alle unterschiedlichen Zelltypen differenzieren zu können, d.h. alle unterschiedlichen Zelltypen hervorbringen zu können. Dies bietet die prinzipielle Möglichkeit, aus patienteneigenem Ausgangsmaterial unterschiedliche Transplantate und Zelltherapeutika herstellen zu können, die nicht als körperfremd abgestoßen werden.

Univ.-Prof. Dr. med. Peter Horn, geb. 1972, hat den Lehrstuhl für Transfusionsmedizin an der Universität Duisburg-Essen inne. Horn studierte Medizin an der Ruhr-Universität Bochum. An der Medizinischen Klinik der Universität Köln war er als AiP und Assistenzarzt tätig. Im Anschluss an einen mehrmonatigen Einsatz im Rahmen eines humanitären Hilfsprojektes für "Ärzte für die Dritte Welt" in Dhaka, Bangladesch, forschte Horn gut zwei Jahre lang am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA). Zurück in Deutschland arbeitete er zunächst am Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika der Universität Düsseldorf. Vor seinem Ruf nach Essen arbeitete Horn als Oberarzt am Institut für Transfusionsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Differenzierung von embryonalen sowie reprogrammierten, sog. induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) in blutbildende Stammzellen. Parallel dazu befasst seine Arbeitsgruppe sich mit Transplantationsimmunologie und der Entwicklungsbiologie adulter Stammzellen, mit dem Ziel, langfristig neue zelluläre Therapeutika entwickeln zu können.

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Transformation der Religion (seit den 1960er Jahren) (Vortrag)

In der wissenschaftlichen Literatur wurde im 19. und 20. Jh. vielfach im Horizont der „Säkularisierungsthese“ der Religion ein baldiges Ende unter den Bedingungen der Moderne prognostiziert. Allerdings ist diese Vorstellung offenkundig problematisch, da sich neben dem Rückgang an Religionspraxis in Europa in den USA eine sehr stabile Religionskultur findet. Auch die in den 1960er Jahren weit verbreitete These der Privatisierung der Religion ist unzureichend, da neben der sich verstärkenden Bedeutung der Religion in der Privatsphäre auch die Öffentlichkeit zunehmend von religiösen Themen bestimmt zu sein scheint. Ferner verändert sich das Feld der Religion in Europa und in den USA sehr stark, wobei dies wesentlich durch Migrationsprozesse und eine weitergehende Pluralisierung des Religiösen ausgelöst wird. Dies führt zu neuen Phänomenen der Religion, wie einer Zunahme fundamentalistischer Strömungen und auch einer Popularisierung der Religion. In dem Vortrag soll versucht werden, diese Strömungen kritisch darzustellen und nach der Zukunft der Religion in modernen Gesellschaften zu fragen.

Prof.Dr. Traugott Jähnichen, geb. 1959, seit 1998 Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Studium der Evangelischen Theologie und der Wirtschaftswissenschaften in Bochum, Bonn und Wuppertal. Nach den beiden theologischen Examina und der Ordination erfolgten die theologische Promotion, das Diplom im Fach Wirtschaftswissenschaften sowie die Habilitation. Mitglied u.a. im ständigen Theologischen Ausschuss und im Sozialauschuss der EKvW sowie in der Kammer für soziale Ordnung der EKD, Mitherausgeber u.a. der ZEE und des Jahrbuchs Sozialer Protestantismus. Forschungsschwerpunkte sind gegenwärtig die Geschichte des sozialen Protestantismus, Grundfragen der Sozial- und Wirtschaftsethik sowie kirchliche Zeitgeschichte mit dem Schwerpunkt der Diakoniegeschichte.

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Wie man Karriere macht (Vortrag)

Für viele Menschen ist eine wichtige Determinante ihrer Lebenszufriedenheit auch der berufliche Erfolg. Eine mögliche Definition von beruflichem Erfolg ist "Karriere". Sozialer Aufstieg, Einfluss, Macht, Führungsverantwortung, Budget- und Umsatzverantwortung sowie ein attraktives Gehalt können starke Motivatoren sein, eine Führungskarriere anzustreben. Nur: Wie wird man eigentlich befördert? Wie macht man erfolgreich Karriere? Einige Antworten darauf gibt es hier.

Henning Kantner ist in einer Unternehmensberatung tätig, wo er sich mit stretegischen und operativen Themen der Telekommunikationsbranche befasst. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen bei einem Mobilfunknetzbetreiber — unter anderem hat er dort Führungsfunktionen im Personalbereich bekleidet, an Personalauswahl- und Personalentwicklungsmaßnahmen mitgewirkt und mitentwickelt. Er hat umfassende Erfahrung im Design und in der Durchführung von Assessment Centern für Führungskräfte. Er ist Elektroingenieur (Uni Dortmund), Wirtschaftsingenieur (Fernuni Hagen) und MBA (Henley College, UK).

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Moderne Objekterkennung mit der Hough-Transformation (Vortrag)

In vielen Bereichen der Datenverarbeitung sind Computer mittlerweile viel leistungsfähiger als Menschen, aber auf manchen Gebieten tun sie sich trotz immer schnellerer Prozessoren immer noch schwer. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist der Gesichtssinn: stellt man einem Computer die Aufgabe in einem Bild nach Menschen, Häusern oder Kühen zu suchen, wird er viel länger brauchen und mehr Fehler machen als die meisten Leute. Dabei gibt es viele nützliche Anwendungen für ein solches automatisches Objekterkennungssystem: Fahrerassistenzsysteme, die Autofahrer vor der Kollision mit Fußgängern warnen, autonome Roboter oder die automatische Fokussierung von Gesichtern in modernen Kameras. Um zu erfahren, wie solche Systeme hinter der Oberfläche arbeiten, werden wir beispielhaft eine Methode im Detail kennen lernen: die sogenannte "Hough-Transformation". Dieses Verfahren wurde ursprünglich zur Erkennung einfacher geometrischer Objekte entwickelt und wir werden sehen, wie es für kompliziertere Formen und schließlich für die Erkennung von Menschen verallgemeinert werden kann.

Frederik Orlando Kaster (Jahrgang 1983) studierte Physik und vorklinische Medizin in Mainz. Mittlerweile beschäftigt er sich damit, wie man interessante Probleme aus Biologie und Medizin mit Hilfe von Verfahren der automatischen Bildverarbeitung und Mustererkennung lösen kann: er steht hierbei kurz vor dem Abschluss seiner Promotion an der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. In seiner Freizeit liegt ihm unter anderem das Medibüros-Projekt zur medizinischen Unterstützung von Papierlosen sehr am Herzen, welches er seit nunmehr sechs Jahren begleitet. Als MinD-Akademie-Debütant ist er schon sehr gespannt, welche Transformationen diese Akademie in ihm bewirken werden (und welche er vielleicht bei anderen hervorrufen kann).

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Science Slam

Die Regeln sind einfach: Ihr habt 10 Minuten Zeit um ein wissenschaftliches Thema eurer Wahl in einem populärwissenschaftlichen Vortrag mit normalen Hilfsmitteln (Laptop/Beamer, Flipchart,...) vorzustellen. Das Thema des Vortrags sollte zum Thema "Transformationen" passen und ihr solltet in dem Bereich geforscht oder euch zumindest im Studium intensiv damit beschäftigt haben — so könnte beispielsweise ein interessierter Mathematiker die "Bäcker-Transformation" vorstellen. Am Ende wird vom Publikum bewertet, wie inhaltsstark der Vortrag war, wie gut das Thema erklärt wurde und wie gut der Vortragsstil war. Wenn ihr eure Forschungsergebnisse zum Thema "Transformationen" beim Science Slam präsentieren wollt, dann meldet euch bei René Kieselhorst (rene.kieselhorst@gmx.de).

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Zaubern: Transformation, Penetration, Halluzination (Workshop)

In diesem Zauberworkshop geht es um klassische Effekte der Magie: Transformation, Penetration, Halluzination. Einiges zum Gucken, vieles zum Selbermachen!

Andreas Klik hat nach seinem BWL-Studium zunächst als strategischer Unternehmensberater gearbeitet. Später wechselte er zur Erforschung energiewirtschaftlicher Fragen und zwischenmenschlicher Phänomene an die Universität zurück. Aktuell unterrichtet er an einer Hamburger Berufsschule Wirtschaftsfächer auf Englisch. Als Tänzer hat Andreas in über 15 Jahren zahlreiche Shows und Turniere in der S-Klasse hinter sich gebracht. Spezialisiert ist er auf Salsa (New York Style, L. A. Style) und die Manager Moves. Darüber hinaus wirft er gern Bälle in die Luft - und fängt sie wieder. Noch länger allerdings beschäftigt ihn die Frage, wie man praktisch jede natürliche Grenze - scheinbar - überwinden kann.

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Mambo (Workshop)

Transformation eines Tanzes: Die Salsa wird heute in vielen Stilrichtungen getanzt, z. B. New York Style, L. A. Style, kubanisch und puertoricanisch. Dabei unterscheiden sich diese Stile rhythmisch und choreographisch zum Teil erheblich. In diesem Tanzworkshop werden wir die wichtigsten Salsastile beleuchten und uns dann einem der Ursprünge, dem Mambo tipico (Salsa New York Style on 2) zuwenden.

Lebenslauf von Andreas Klik: siehe voriger Eintrag

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Von der Forschungsidee zu ihrer Realisierung (Vortrag)

In diesem Vortrag betrachten wir zwei der schwierigsten Schritte, denen sich alle Forschenden stellen müssen: Wie werden Fragestellungen in Studiendesigns umgesetzt, und wie werden die Ergebnisse anschließend interpretiert? Anhand zahlreicher Beispiele aus der Psychologie zeigen wir auf, wie diese Schritte gelingen können, und üben Kritik an misslungenen Versuchen. Ihr erfahrt, wie psychologische Studien generell aufgebaut sind und welche Gedanken sich die Forschenden dabei machen. Außerdem stellen wir euch gängige Verfahren der psychologischen Forschung mit ihren Vor- und Nachteilen (vor allem aus der Sozial- und Kognitionspsychologie) vor. Aus der Statistik gezogene Schlüsse und Argumentationslinien aus wissenschaftlichen Artikeln diskutieren wir kritisch.

Sara Köser, Jahrgang 1983, ist Diplompsychologin. Sie studierte von 2003 bis 2009 in Heidelberg, arbeitete währenddessen im Bereich der Hochbegabtenförderung und Traumatherapie und untersuchte in ihrer Diplomarbeit den Einfluss von Geschlechtsstereotypen bei der Personalauswahl mittels Blickbewegungsmessung. Seit 2010 arbeitet sie als Marie-Curie-Stipendiatin im europaweiten Netzwerk "Language, Cognition, and Gender" an der Universität Bern. Dort untersucht sie die starke Ablehnung von geschlechtergerechter Sprache und entwickelt Trainingsmodule für eine bessere Akzeptanz und ein leichteres Lernen von geschlechtergerechter Sprache. Bei MHN und MinD trifft man Sara bei vielen überregionalen Veranstaltungen, außerdem ist sie Redakteurin und Autorin des MinD-Magazins. Die restliche Freizeit verbringt sie mit Belletristik, Rätseln, Gesellschaftsspielen und am Klavier.

Elisa Merkel, Jahrgang 1983, ist Diplompsychologin. Sie lebte und studierte von 2003 bis 2009 in Freiburg. Während ihres Studiums arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft in der Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg, sowie in der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie des Instituts für Psychologie. In ihrer Diplomarbeit entwickelte sie einen Anamnesebogen für Patient/-innen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen. Seit 2010 arbeitet sie als Marie-Curie-Stipendiatin im Rahmen des europaweiten Netzwerks "Language, Cognition, and Gender" an der Universität Padua in Italien. Dort befasst sie sich mit dem Einfluss geschlechtergerechter Sprache auf die Bildung von Stereotypen.

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Vom geschriebenen Gesetz zu empfundener Moral (Vortrag)

Wenn Straftaten passieren, hört man nicht selten die Frage nach dem "Warum?" einer Tat. Wenngleich bis heute nicht vollumfänglich erklärt werden kann, welche Faktoren einen Menschen dazu bringen, kriminell zu agieren, so existieren dennoch verschiedene Erklärungsansätze aus verschiedenen Fachrichtungen wie der Soziologie, der Kriminologie, der Psychologie und vielen weiteren. Dieser Vortrag soll dem interessierten Zuhörer eine Einführung in einen Teilbereich der Kriminologie, dem sogenannten Offender Profiling, vermitteln und dabei auch Motivationstheorien der Soziologie und anderer verwandter Disziplinen berücksichtigen. Hierbei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, welcher Transformationsprozess in Bezug auf das Verständnis der gültigen Rechtsordnung passieren muss, damit eine Aktion, oder Tat, die Grenze zwischen Legalität und Illegalität, Recht und Unrecht überschreitet.

Astrid Loos, Diplom-Betriebswirtin (BA) und BA(Hons) Business Administration, hat ursprünglich Wirtschaftswissenschaften studiert und sich schon damals im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit der Notwendigkeit von Sicherheit und Sicherheitsdienstleistungen im Unternehmen sowie deren Kostenverrechnung befasst. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich der Konzernsicherheit und Konzernrevision bei zwei internationalen Pharmaunternehmen tätig und verantwortlich für Ermittlungen im Bereich Produktfälschungen und danach in einer Spezialistenfunktion mit weltweiter Zuständigkeit (Management von Whistleblower Hotlines und Ermittlungen). Seit 2010 ist sie als Managerin bei einer der führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in ähnlicher Funktion tätig. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit ist sie im akademischen Bereich forschend aktiv und untersucht die verschiedenen Aspekte und Auswirkungen von (Wirtschafts-)kriminalität und Tätermotivation.

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Kabarett (Workshop)

Zur Gestaltung des bunten Abends wollen wir gemeinsam wie in den letzten Jahren ein Kabarettprogramm erarbeiten. Themen gibt es genug, die liegen nicht erst seit Schwarz-Gelb auf der Straße. Lasst sie uns in Pointen transformieren!
Voraussetzung für den Kurs ist Kreativität, Spaß am Auftreten sowie die Bereitschaft, auch ein paar Überstunden zu machen, falls die Zeit im Workshop nicht ganz für die Proben reicht. Wer schon vor dem Workshop kabarettistische Texte (z. B. Sketche, Monologe, Lieder oder Gedichte) schreibt, kann sie gern mitbringen oder vorher schicken (Kontakt@tilmanlucke.de).

Tilman Lucke feierte im September 2010 sein fünfjähriges Bühnenjubiläum als Kabarettist. Bisher spielte er vier politisch- literarische Soloprogramme: "Nebenbei bemerkelt" (2005), "Jetzt wird durchregiert!" (2007), "Schwämmle drüber!" (2008) und "Bildungslucke" (2010). Er ist 26 Jahre alt und wohnt in Berlin. 2007 und 2009 leitete er bereits Kabarettworkshops in der MinD-Akademie, seit 2004 mehrmals jährlich im CdE und seit 2010 auch in der Deutschen SchülerAkademie. Seit 2005 spielt er zudem auch im Ensemble des Alt- Berliner Kabaretts "Berliner Brettl".

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Transformationen in der Musik: Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" (Vortrag)

Auch die Musik lebt von Transformationen. Typische Beispiele sind die von vielen Komponisten gepflegte Form "Thema und Variationen" sowie die Bearbeitung von Melodien und Werken anderer Komponisten im eigenen Stil (Transskriptionen). Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung", ursprünglich für Klavier geschrieben, gehört zu den Stücken mit den meisten Bearbeitungen. Neben mehreren Orchesterfassungen - am bekanntesten ist wohl die von Maurice Ravel - gibt es Bearbeitungen für diverse Besetzungen - bis hin zu einer aberwitzig virtuosen Gitarrenfassung. Die "Pictures" wurden kongenial per Synthesizer umgesetzt, es gibt eine Rockfassung von Emerson, Lake & Palmer, eine Metal-Umsetzung von Mekong Delta und zahlreiche weitere - teilweise kuriose und nicht immer gelungene - Umsetzungen. Dies wird vielleicht in der Geschichte der MinD-Akademie der Vortrag mit den wenigsten Worten sein: Nach einer sehr kurzen Einführung starten wir eine Entdeckungsreise in mehr als ein Dutzend verschiedene Fassungen und es werden höchst unterschiedliche Klänge den Ton angeben.

Dr.-Ing. Hermann Meier, Jahrgang 1948, Vorsitzender MinD, arbeitet als Geschäftsführer und Unternehmensberater, Buchautor; Studium in Berlin als Bandmusiker finanziert, Musikinteresse in allerlei Variationen.

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"Globalisierung 1.0 bis 3.0" - Die große Transformation der Weltwirtschaft (Vortrag)

Die nun schon zwanzig Jahre alte Globalisierungsdebatte, geht in eine neue Runde. Die "Globalisierungsdiskussion 1.0" (Entgrenzung der Ökonomie) ging davon aus, dass sich das Wirtschaftsmodell der westlichen Marktwirtschaften nach der Implosion des Sozialismus weltweit dynamisch ausdehnen würde: "globalization as westernization". Die aktuelle Weltwirtschaftskrise dokumentiert, dass eine wohlstandfördernde Globalisierung nur möglich ist, wenn internationale Regelwerke und governance-Strukturen etabliert werden, die für Stabilität sowie fairen Interessausgleich in der globalen Ökonomie sorgen. Es geht um die wieder - Einbettung der Weltwirtschaft in (welt) gesellschaftliche Normen- und Regelsysteme. Die "Globalisierungsdiskussion 2.0" (tektonische globale Machtverschiebungen) setzte zu Beginn der letzten Dekade ein, als immer deutlicher wurde, dass die Globalisierung keineswegs den Siegeszug der westlichen Industrieländer beschleunigt. Vielmehr wird Asien zu einem neuen Gravitationszentrum der Weltwirtschaft, mit China und Indien als Lokomotiven. Die 200jährige Dominanz der "alten Industrieländer" steht zur Disposition. Die "Globalisierungsdiskussion 2.0" befasst also sich mit den Chancen und Risiken globalen Regierens in einer multipolaren Machtkonstellation. Der "Globalisierungsdiskurs 3.0" (globale Entwicklung und Erdsystem) entsteht aus der Debatte um "Klimawandel und Entwicklung". Die Klimaforschung zeigt, dass die Menschheit die vier wichtigsten Grundlagen jedweder menschlichen Zivilisation destabilisieren könnte, wenn die Weltwirtschaft auf ihrem "high carbon — Pfad" verbleibt: (1) Wasser, (2) landwirtschaftliche Flächen (Nahrung) und (3) die Atmosphäre könnten im Verlauf der nächsten Dekaden zu knappen Gütern werden. Zudem muss aufgrund der Klimakrise (4) die weltweite Energieproduktion in den kommenden Dekaden vollständig umgebaut werden, von einem fossilen zu einem auf erneuerbaren Energieträgern basierten System. "Globalisierung 3.0" bedeutet demnach, dass die Weltgesellschaft lernen muss, Weltwirtschaft und -politik innerhalb der Grenzen des Erdsystems zu gestalten.
In dem Vortrag werden diese drei Wellen globalen Wandels diskutiert, weltwirtschaftliche und -politische Szenarien vorgestellt und skizziert, wie eine Transformation in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung der Weltgesellschaft aussehen könnte.

Prof. Dr. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, lehrt Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und an Universitäten in Lateinamerika und Asien. Er ist stellvertretender Vorsitzender des "Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" (WBGU), aber auch Mitglied des "China Council for International Cooperation on Environment and Development", das die chinesische Regierung berät.

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Wenn die Eisenbahn anfängt zu schweben - das Quantenphänomen Supraleitung (Vortrag)

Das Auftreten von widerstandslosem Strom, bekannt als das Phänomen Supraleitung, wird vorgestellt und einige Schlüsselexperimente erklärt. Obwohl die Quantentheorie durch die geringe Größe des Planckschen Wirkungsquantums nur mikroskopische Teilchen wie Atome und Elektronen betrifft und für die Alltagserfahrung eher keine Rolle spielt, gehört gerade die Supraleitung zu solchen Quantenphänomenen, die makroskopisch beobachtbar sind. Das ist auch ein Grund dafür, warum die theoretische Erklärung des Phänomens erst rund 50 Jahre nach der Entdeckung gelang. Die Quantentheorie, die diese Phänomene beschreibt, hält viele Überraschungen bereit, die nicht mit unserer Alltagserfahrung bereinstimmen. So kann man z.B. die Zeitentwicklung eines mikroskopischen Prozesses beschleunigen oder verlangsamen je nachdem wie oft man nachsieht. In unserer Erfahrungswelt dagegen wird ein Spiegelei sicher nicht schneller braten, wenn öfter nachgeschaut wird, ob es schon fertig ist. Die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen auf die notwendige Veränderung unseres Weltbildes werden diskutiert.

Prof. Dr. Klaus Morawetz 1963 born in Rostock, Germany, mathematical high-school (Abitur) in Berlin, 1984–89 study at University of Rostock, Germany, 1992 PhD Thesis, 1992-1997 research associate in group Theoretical Many-Particle Physics of Max Planck Institute Heidelberg at University Rostock, 1995 post-doctoral stay at Tennessee TEC (Cookeville), University of Arizona (Tuscon) and NSCL (Lansing), U.S.A., 1998 Scientific associate at University of Rostock, department of Physics visiting fellow at LNS-INFN Catania 1997, NSRL Rochester 1998, 1998 Habilitation University Rostock, 1999-2000 LPC Caen invited scientist, 2000-2003 MPI Physics of Complex Systems Dresden, 2003-2007 Lecturer at Chemnitz University of Technology, (C2), 2008 Forschungszentrum Rossendorf, 2008 since vis. Professor at Universidade de Brasilia, 2009 since Professor at University of Applied Science Münster Research fiedl: Theoretical many-body physics, 147 publications, 104 in refereed journals, 2 monographs, 4 edited books

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Die maligne Transformation (Vortrag)

In der Onkologie bezeichnet Transformation den Übergang der normalen wachstumskontrollierten Zelle in eine unkontrolliert wachsende Tumorzelle. Lange Zeit waren die genauen Ursachen dieses Übergangs unklar. Heute weiß man, dass sich eine Tumorzelle von einer Normalzelle in gerade einmal vier Aspekten unterscheidet: Unfähigkeit zum geplanten Zelltod, Unabhängigkeit von aktivierenden Faktoren, Unempfindlichkeit gegenüber hemmenden Signalen und die Fähigkeit zur fast unbegrenzten Teilung. Im Labor können diese vier Unterschiede durch gezielte Veränderung von nur drei Genen induziert werden. Für die Transformation einer normalen Zelle im gesunden menschlichen Körper sind allerdings weitere und nach Art und Anzahl noch unbekannte Genveränderungen notwendig. Im Vortrag werden die molekularen und die zellulären Grundlagen der Krebsentstehung erläutert und die vielen noch ungelösten Fragen der aktuellen Krebsforschung gestellt und vielleicht auch beantwortet.

Prof. Dr. Oliver Müller (Lebenslauf):
Ausbildung: 1984 Abitur ++ 1985-1990 Studium der Physiologischen Chemie und Biochemie, Universität Tübingen ++ 1990 Diplomarbeit: "Analyse genomischer Veränderungen in Lebertumoren", Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Tübingen ++ seit 2004 Studium der Humanmedizin, Universität Bochum ++ seit 2010 Student im Praktischen Jahr (PJ) Universitätsklinik Homburg (Saar) Akademischer Werdegang: 1990-1992 Dissertation: "Untersuchungen zur Bedeutung der GTPase-aktivierenden Proteine (GAP) im ras-Signalweg" Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg ++ 1991-1992 Gastwissenschaftler bei Chiron Corporation Inc, Emeryville, USA ++ 1993-1994 Postdoktorand bei Onyx Pharmaceuticals Richmond, USA ++ 1994-2008 Arbeitsgruppenleiter, Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie Dortmund ++ 1998 Habilitation: "Entstehung, Diagnose und Therapie von Dickdarmkrebs auf molekulargenetischer und biochemischer Ebene" Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Chemie und Biochemie ++ 1999 Wissenschaftspreis Nordrhein-Westfalen ++ seit 2008 Professor (W2) für Applied Life Sciences (FH Kaiserslautern) ++

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Transformation von Wirtschaftssystemen: vom Kommunismus zu Marktwirtschaften und weiter? (Vortrag)

Ausgehend von der historisch wegweisenden Phase des Zusammenbruchs bzw. Abdankens der meisten kommunistischen Regime (und damit des angeblichen "Endes der Geschichte") sollen zuerst theoretische Grundlagen, Idealtypen von Wirtschaftsordnungen etc. entwickelt und die analytischen Kategorien und Untersuchungsinstrumente zur weiteren Diskussion geschärft werden. Damit lassen sich empirisch-komparativ die Prozesse und Geschehnisse in verschiedenen Transformationsökonomien (Europa: Deutschland, Polen, Russland; Asien: Vietnam, China, Mongolei) anschauen, beschreiben und beurteilen, wodurch Komplexität, Singularität und Vielfalt deutlich werden und vor Machbarkeitsillusionen warnen. Schließlich sei (miteinander) ein Blick in die Transformationen der Zukunft gewagt: Können die bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse beim Umbau des menschenfeindlichen Regimes in Nordkorea weiterhelfen und welche Umbrüche sind in der Ära der Globalisierung auf dem Weg zu ökologisch-sozial nachhaltigen Ökonomien notwendig und sinnvoll?

Stephan Müller studierte Mathematik, Philosophie und Volkswirtschaft (mit der Spezialisierung auf Entwicklungsökonomik und internationale Wirtschaft) in Braunschweig und Göttingen; Arbeitsschwerpunkte: Armutsmessung und Armutsbekämpfung, Bildungs- und Gesundheitsfragen, alternative Wohlstandsmodelle sowie soziokulturelle und religiöse Determinanten (nachhaltiger) Entwicklung; Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Wirtschaftsdeutsch und interkulturelle Kommunikation; Auslandsaufenthalte und Projekte in Mexiko, Vietnam, Korea und Neuseeland

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Ein Vorschlag zur Transformation des Völkerrechts: Das globale Strafrecht für Unternehmen (Vortrag)

Selbst solch ein starres Regelsystem wie das Recht befindet sich in einem stetigen Wandel. Oft ist dieser Wandel von ungesteuerten gesellschaftlichen Umbrüchen getragen. Manchmal jedoch gibt es auch einen ethisch-politischen Willen das Recht in seinen Grundsätzen aktiv nach konkreten Wünschen und Bedürfnissen zu transformieren. Dies gilt insbesondere für das noch wenig ausgestaltete Völkerrecht. Wie solch eine mitunter visionäre oder gar utopistische Transformation des Rechts aussehen könnte und mit welchen Problemen sie konfrontiert ist, soll am Beispiel der Idee eines globalen Strafrechts für Unternehmen nachvollzogen werden.

Christian Neuhäuser ist akademischer Rat am Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum. Seine Arbeitsgebiete befinden sich im Bereich politische Philosophie und angewandte Ethik, sie umfassen Themen wie Menschenrechte und Menschenwürde, Wirtschaftsethik und globale Gerechtigkeit, Handlungstheorie und kollektive Verantwortung. Promoviert hat er im Bereich der Wirtschaftsethik mit einer Arbeit zur Unternehmensethik, die den Titel trägt: "Unternehmen als moralische Akteure. Korporative Verantwortung und Menschenrechte in der globalen Ökonomie".

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Transformation der öffentlichen Meinung (Vortrag)

"Öffentliche Meinung" - ein viel gebrauchter und wenig verstandener Begriff. Eng damit Verbunden sind Schlagworte wie Kultur, Normalität, Ausgrenzung, Herdentrieb, ja sogar Mode. Wir gehen auf die Suche nach der unsichtbaren Macht der öffentlichen Meinung, ihre Bedeutung und Wirkungsweise in einer Gesellschaft. Wir werden beobachten, dass die öffentliche Meinung nichts starres ist, sondern sich ganz im Gegenteil im stetigen Wandel befindet. Ereignisse wie Kriege und Revolutionen, aber auch der Mauerfall oder die 68er Bewegung resultieren aus einem Pendelausschlag der öffentlichen Meinung. Mit dieser Analyse einher geht die Frage, in wie weit eine Transformation der öffentlichen Meinung zufälliger, "natürlicher" Art ist und wie eine Steuerung durch kleine Teile der Gesellschaft (Autoritäten, Redaktionen, organisierte Interessen) möglich ist.

Thorsten Peters hat Wirtschaftswissenschaften in Stuttgart-Hohenheim studiert. Nach drei Jahren Wirtschaftsprüfung wechselte er 2006 zu Europas größtem Zeitungsverlag in die Medienmetropole Berlin. Seit kurzem ist er als Unternehmensberater selbständig.

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Tipping Points des Klimasystems (Vortrag)

Der Mensch verändert durch seine Treibhausgasemissionen zunehmend das Klima. Die Erdgeschichte zeigt, dass Klimaveränderungen nicht immer glatt und allmählich abgelaufen sind, sondern häufig sprunghaft und abrupt. Auch die Physik deutet darauf hin, dass beim Überschreiten kritischer Grenzen bestimmte Teile des Klimasystems regelrecht "umkippen" können, zum Beispiel Meeresströmungen. Der Vortrag beleuchtet das gegenwärtige Wissen zu derartigen "tipping points" im Klimasystem.

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf Nach dem Studium der Physik in Ulm und Konstanz und der physikalischen Ozeanographie an der University of Wales (Bangor) schloß Stefan Rahmstorf sein Diplom mit einer Arbeit zur allgemeinen Relativitätstheorie ab. Im Anschluß promovierte er 1990 in Ozeanographie an der Victoria University of Wellington (Neuseeland). Dabei nahm er auch an mehreren Forschungfahrten im Südpazifik teil. In der Folge arbeitete er als Wissenschaftler am New Zealand Oceanographic Institute, am Institut für Meereskunde in Kiel und seit 1996 am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dort erforscht er vorallem die Rolle der Meeresströmungen bei Klimaänderungen. 1999 wurde er von der amerikanischen McDonnell-Stiftung mit einem Förderpreis in Höhe von einer Million Dollar ausgezeichnet. Seit 2000 lehrt er als Professor im Fach Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Rahmstorf ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) und in der Academia Europaea. Er ist zudem einer der Leitautoren des 4. IPCC-Berichts. 2007 wurde er zum Honorary Fellow der University of Wales ernannt, 2010 zum Fellow der American Geophysical Union. Rahmstorf hat über 60 Fachpublikationen veröffentlicht, davon 14 in Nature und Science. Bücher: Der Klimawandel (2006, zusammen mit Hans-Joachim Schellnhuber), Wie bedroht sind die Ozeane (2007, gemeinsam mit Katherine Richardson) und The Climate Crisis (2010, mit David Archer).

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Veränderung durch innere Teamarbeit (Workshop)

"Seit ich die Illusion der Einheitlichkeit des Ichs überwunden habe, kommen wir viel besser miteinander klar!" Nach einer kurze Einführung in die Methode werden exemplarisch Anliegen von Teilnehmenden bearbeitet.

Axel Rutz studierte Mathematik und Volkswirtschaft. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Projektleiter im Energiecontracting, später im Onlinejournalismus, ist er seit 2003 mit der Projekt- und Beratungsagentur "Konzepto" selbständig. Undogmatisch und humorvoll verbindet er Weisheitsquellen von Tantra bis Zen mit eigener Lebens- und Beratungserfahrung.

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Spiel mit Möglichkeiten (Workshop)

Konflikte und andere unbefriedigende Begegnungen oder Beziehungen werden szenisch dargestellt, bearbeitet und so der persönliche Möglichkeitsraum erweitert. Achtung: Die Szenen werden langsam und mit Fokus auf innere Wahrnehmungen gespielt - wer sich primär "austoben" möchte, sollte zu einem anderen Workshop gehen.

Axel Rutz studierte Mathematik und Volkswirtschaft. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Projektleiter im Energiecontracting, später im Onlinejournalismus, ist er seit 2003 mit der Projekt- und Beratungsagentur "Konzepto" selbständig. Undogmatisch und humorvoll verbindet er Weisheitsquellen von Tantra bis Zen mit eigener Lebens- und Beratungserfahrung.

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Das Unsichtbare sichtbar machen (Vortrag)

Beobachtungen von Sternen und Galaxien bieten nur Momentaufnahmen aus der Geschichte des Kosmos. Zudem nehmen wir an, dass nur etwa fünf Prozent der Materie im Universum überhaupt sichtbar ist: Der große Rest besteht aus Dunkler Materie und Dunkler Energie, die sich bisher nicht direkt nachweisen lassen. Eine Möglichkeit, die Entwicklung des Universums nachzuvollziehen und dazu einen Einblick in seine Dunkle Seite zu gewinnen, bieten Computersimulationen. Wir lernen, wie sich Galaxien entwickeln und wie sich das Universums aus einem Zustand fast vollständiger Gleichförmigkeit zu seiner heutige Struktur gewandelt hat. In diesem Vortrag werden kosmologische Simulationen, die verwendeten Methoden und die damit gewonnen Erkenntnisse vorgestellt - und auch einige Fragen angesprochen, für die wir bisher keine Antwort kennen.

Till Sawala, Jahrgang 1983, besuchte die Schule in Bremerhaven. Nach dem Zivildienst studierte er Physik am Imperial College in London und in Lausanne. Mit Computersimulationen von Galaxien beschäftigt er sich zurzeit als Doktorand am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Trotz seiner Faszination fürs Große Ganze im Universum interessiert er sich aber auch dafür wie es mit unserem kleinen Planeten weitergeht. In seiner Freizeit läuft er, fährt Fahrrad und liest.

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Transformationen in der Umwelt — Bedeutung und Identifikation (Vortrag)

Der Vortrag befasst sich mit verschiedenen natürlichen biogeochemischen Umsetzungen und Transformationen. Nutzen und Probleme solcher Transformationen sollen aufgezeigt werden, um die Relevanz für Mensch und Umwelt zu demonstrieren. Für Modellierungen im geoökologischen Bereich ist es notwendig, die Relevanz solcher Transformationen zu quantifizieren. Probleme, Möglichkeiten und aktuelle Forschungsansätze sollen aufgezeigt werden.

Dipl. Geogr. Carsten Schilli, Jahrgang 1976, studierte Geographie an der Ruhr-Universität Bochum mit dem Schwerpunkt Bodenkunde/ Geoökologie. Von 2002-2008 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Stadtökologie und Bodenschutz (ISB) in Bochum. Seit 2008 ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehr- und Forschungsgebiet Boden- und Grundwassermanagement, Abteilung Bauingenieurwesen der Bergischen Universität Wuppertal. Er promoviert dort zum Thema "Identifikation von biogeochemischen Prozessen an Hand von Daten des Bodenmonitoring durch nichtlineare statistische Verfahren und künstliche neuronale Netzwerke".

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Informatik - Die technische Disziplin zum Thema Transformation (Vortrag)

Keine Information ohne Repräsentation! Information bekommt Gestalt in Ziffern, Worten, Lauten, Bildern. Die Informatik definiert sich als die wissenschaftliche Disziplin, die Information in einer gegebenen Repräsentation in eine für die gestellte Aufgabe geeignetere transformiert. Ob elektrische Signale aus einem Computertomographen in Bilder von Tumoren oder ob Wetterwerte in Wetterkarten umgewandelt werden - überall wird für die gleiche Information eine neue Repräsentation erstellt. In meinem Vortrag möchte ich diese - oft landläufig wenig bewusste und beachtete - Sicht auf die Informatik herauskehren. Mit Plaudern über Textersetzungssysteme, wie zum Beispiel Markov Algorithmen, werden wir in das Thema eintauchen, um dann bei ein paar Gedanken zu Berechenbarkeit und zu Komplexitätstheorie vollends das forschende Kind in jedem Informatiker (und vielleicht auch in DIR) zu entdecken.

Frank Schütz ist promovierter Informatiker. Während seiner Promotion war er viele Jahre für das Grundstudium der Informatik an der TU München mit verantwortlich. Seit einigen Jahren arbeitet er für die InterFace AG als Berater und leitet mittlerweile stellvertretend die Geschäftsstelle in Nürnberg. Trotzdem zieht es ihn immer wieder an die Uni zurück. So hielt er im SS2010 zum Beispiel eine Übungsreihe in Verteilten Anwendungen an "seiner" TUM.

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Das Motiv der Transformation in der mittelalterlichen keltischen Literatur (Vortrag)

Das Motiv der Transformation ist ein in der mittelalterlichen keltischen Literatur weit verbreitetes. In den überlieferten Erzählungen aus Irland und Wales lassen sich zahlreiche Beispiele verschiedener Verwandlungsprozesse finden, doch möchte ich mich in meinem Vortrag auf das Beispiel des irischen Helden Cú Chulainn beschränken, der in seinem Heldenleben gleich mehrere Transformationen durchläuft, die ihm zwar viel Ruhm bescheren, ihm aber letztlich auch zum Verhängnis werden. Weiterhin soll auch ein Blick hinter die Fassade der Erzählungen geworfen werden, Verbindungen zu den Sagenkreisen der klassischen Antike aufgezeigt werden und der den Motiven zugrunde liegende Mythos dechiffriert werden. Zum Abschluss wird eine religions- und kulturgeschichtliche Interpretation dieses Mythos stehen.

Bea Schweighöfer, M.A., geboren 1984, studierte Keltologie und Vor- und Frühgeschichte an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der vorrömischen Eisenzeit und der modernen Keltenrezeption. Studienbegleitend betreute sie unter anderem die Lehrsammlung des Seminars für Vor- und Frühgeschichte und arbeitete als Freiberuflerin im Bereich Museumspädagogik des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und für das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Weiterhin engagiert sie sich ehrenamtlich im archäologischen Freilichtmuseum "Keltenwelt am Glauberg", plant, organisiert und leitet Exkursionen im Fachgebiet Keltologie der Universität Marburg und berät und begleitet Lehrkräfte bei archäologischen Projekten in Grund- und weiterführenden Schulen. Im Rahmen ihrer Dissertation am Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Philipps-Universität beschäftigt sie sich zurzeit mit einer qualitativen Untersuchung zur historischen Darstellung der vorrömischen Eisenzeit.

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Tims Transformationen (Vortrag)

"Tim & Struppi" gilt als spannende Unterhaltung. Doch dieser meisterliche Höhepunkt der belgischen Reporterliteratur des 20. Jahrhunderts von Georges Remi alias Hergé birgt vor allem profunde literarische Tiefe, nicht zuletzt zu Transformationen. Dies strengstwissenschaftlich aufzuzeigen und Tim/ Tintin als Transformationen-Epos zu lesen und wahrzunehmen, ist das Ziel dieses Vortrags. Wie ein gewisser Detektiv sogar sagen würde: es ist der Vortrag dieses Ziels.

Jan Sieckmann, Jahrgang 1971, ist Historiker, Neo-Tintinologe, bekennender Generalist und Onlinemarketing-Manager eines Ferienhausvermieters. Er lebt zusammen mit seiner Bücherwand und zwei kleinen reizenden Gitarren in Köln. Jan Sieckmann bietet individuell erstellte Kreuzworträtsel für Firmen oder Privat an.

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Kölle — Eine Stadtführung

In einer knapp anderthalbstündigen Führung durch Teile der Kölner Altstadt spürst Du, warum Du wohl immer wieder magisch angezogen nach Köln zurückkehren wirst, und erfährst obendrein etwas zur jahrtausendelangen Kölner Stadtgeschichte. Köln, geb. Oppidum Ubiorum und verw. Colonia Claudia Ara Agrippiensium, ist ca. Jahrgang 38 v. Chr., kunstsinnige Quasi-Einwohnermillionärin und u.a. Deutschlands Bahnknotenpunkt. In ihrer Freizeit klüngelt sie, feiert Karneval oder hat schon einmal einen "Einfall".

Lebenslauf von Jan Sieckmann: siehe voriger Eintrag

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Organisationsentwicklung – Die erfolgreiche Führung eines Unternehmens bei sich verändernden Umweltbedingungen (Vortrag)

Die Unternehmensführung war in den letzten Jahrzehnten erheblichen Veränderungen unterworfen. Die Märkte in den Industrieländern haben sich von klassischen Verkäufermärkten, in denen die Unternehmen keinerlei Probleme beim Absatz ihrer Produkte hatten, in typische Käufermärkte verwandelt, in denen die Konsumenten aus einer Vielzahl von Produkten wählen können. Gleichzeitig hat sich die Unternehmensumwelt in einem immer höheren Tempo verändert, was in der Ökonomie mit den Begriffen Globalisierung und Hypercompetition charakterisiert wird. Die Unternehmen sehen sich daher der Herausforderung gegenüber, diese Veränderungen zu bewältigen. Diese unter dem Begriff der Organisationsentwicklung zusammengefassten Ansätze sind das Thema des Vortrages. Wie können Veränderungen in Organisationen in Gang gesetzt werden? Welcher typische Ablauf ist zu beobachten und welche Widerstände gibt es? Was zeichnet Unternehmen aus, die besonders erfolgreich mit den veränderten Umweltbedingungen umgehen können?

Prof. Dr. Holger Stein hat Wirtschaftspädagogik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und einen Abschluss als Diplom-Handelslehrer erlangt. Promoviert hat er an der gleichen Hochschule in Volkswirtschaftslehre über das Thema der Vermögensverteilung in Deutschland. Er ist heute Professor an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensführung und koordiniert die Didaktik des deutsch-chinesischen Kooperationsstudiengangs der FOM sowie die Weiterbildung der Hochschullehrer der FOM. Seit 1998 ist Holger Stein Mitglied von Mensa in Deutschland e.V. und war mehrere Jahre im MinD-Hochschul-Netzwerk aktiv tätig. So war er einer der beiden Akademieleiter der 4. und 5. MinD-Akademie.

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Wie Computer beim Problemlösen helfen können (Vortrag)

Probleme lösen gehört zum Wichtigsten, was Menschen tun könn(t)en, der Computer zum Nützlichsten, was Menschen erfinden konnten, und natürlich helfen Computer heute bei zig Aspekten des Problemlösens (und der Problementstehung). Aber Menschen ganz unmittelbar beim Nachdenken zu helfen - dazu werden Computer verblüffenderweise eher selten und unsystematisch benutzt.
Der Vortrag zeigt mögliche Ansätze: Wir untersuchen die Verbindung von "Gedankennährböden" und Werkzeugen zum Problemlösen, und damit es kein allzu praxisferner Schlauschnack wird, stellen wir vor, wie Mindmapping-Software (kostenlos und Open Source) beim Einsatz von Kreativitätstechniken helfen kann.

Thomas Teepe, Jahrgang 1971, studierte in Münster Mathematik und Physik und promovierte mit einer Arbeit über genetische Algorithmen. Er arbeitet heute als versicherungsmathematischer Berater und - mit den Themen Problemlösen und Projektmanagement - in der Erwachsenenbildung.

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Vom Urknall zum Durchknall - die absurde Jagd nach der Weltformel (entfällt)

Die Physik erhebt den Anspruch, fundamentale Fragen zum Aufbau der Natur zu beantworten. Aber wieviel haben kosmische Strings und Membranen, Supersymmetrien und Extradimensionen, Quantenschaum und Paralleluniversen damit noch zu tun? Und reichen unsere Beobachtungen etwa in der Astrophysik wirklich zurück bis 10^-35 Sekunden nach dem Urknall, wie dies etwa in der Inflationstheorie angenommen wird? Die astronomischen Daten sind heute beeindruckend, aber viele namhafte Physiker finden die Theoriekonstrukte zu spekulativ. Weiter wird ein Überblick über die Entwicklung der Teilchenphysik in den letzten Jahrzehnten gegeben, und dabei auch thematisiert, was eigentlich im Large Hadron Collider am CERN gefunden werden soll. Jedenfalls darf sich die Physik von dem Prinzip der experimentellen Überprüfung nicht trennen, das seit Galilei den Erfolg der Naturwissenschaften ausmacht.

Dr. Alexander Unzicker hat in München und Bologna die Studien der Physik und Rechtswissenschaft abgeschlossen und promovierte im Bereich der Gehirnforschung mit summa cum laude, bevor er sich wieder der theoretischen Physik zuwandte. Sein Spezialgebiet ist dabei Gravitationsphysik und Kosmologie. In jüngster Zeit war er Reviewer für die Zeitschriften Astrophysics and Space Science, Advances in Space Research und Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Im Moment forscht er am Machschen Prinzip, den Diracschen Hypothesen und untersucht mit dem SDSS-Katalog die an Galaxienverteilung im Universum. Er arbeitet als Gymnasiallehrer für Mathematik, Physik und Astronomie in München. Sein 2010 im Springer-Verlag erschienenes Buch "Vom Urknall zum Durchknall- die absurde Jagd nach der Weltformel" wurde sehr kontrovers diskutiert.

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Wie man den Transformator zum Trafo transformiert - Kurzwörter & Co. (Vortrag)

Ohne Kurzwörter wäre unser Leben öde: Wir könnten nicht mehr mit dem Bus in die Uni fahren, müssten auf den abendlichen Besuch im Kino verzichten, und das MHN gäbe es auch nicht. Doch in der bunten Welt der Kurzwörter gibt es nicht nur seltene Schmetterlinge wie Schmufo und Schwubig, sondern auch manches Rätsel: Warum heißt es Interpol - aber nicht Kripol? Warum gibt es keine bio Äpfel, sondern nur Bio-Äpfel? Und von welchem Langwort wurde eigentlich der Öko gekürzt?

Max Voigtmann, Jahrgang 1976, ist freiberuflicher Journalist und Grafik-Designer. Im Umkreis der MinD-Akademie ist er vielen bekannt durch seine Arbeit für Mensa in Deutschland e.V. - unter anderem gestaltet er das MinD-Magazin und hat in den vergangenen Jahren das Corporate-Design von Mensa maßgeblich geprägt. Zu seinen Kunden zählen darüber hinaus verschiedene kleine und große Unternehmen in Deutschland. Als gelernter Tageszeitungsredakteur kennt er Journalismus von den Grundlagen auf, seine Ausbildung zum Grafik-Designer erhielt er bei dem Designer und Fachbuchautor Rudolf Paulus Gorbach. Daneben studierte er Germanistik, Literaturwissenschaft und Psychologie mit Abschluss Magister Artium und besuchte Seminare in Ergonomie (Praxisgerechtes Gestalten) und Drehbuchschreiben. Auf den MinD-Akademien "Sprache und Kommunikation" und "Kreativität und Innovation" war er als Referent tätig, darüber hinaus gehört er zu den "Irrationalen", der Improtheatergruppe des MHNs. Besondere Interessensgebiete von Max sind Kriminalliteratur, Eisenbahn, Psychologie, Film und natürlich Bondage. Er hatte mehrere Lesungen als Autor (Kurzgeschichten, Gedichte) in München und ist unter anderem Mitglied in der Allianz Deutscher Designer (AGD), der Typographischen Gesellschaft München, dem Deutschen Journalistenverband und bei Mensa in Deutschland.

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Neue Medien braucht das Land (Vortrag)

Lehrer und Dozenten stehen zunehmend unter dem Druck, ihre Lehrveranstaltungen und auch das zugehörige Begleitmaterial mit multimedialen Komponenten anzureichern. Am Zentrum virtUOS der Universität Osnabrück wurden Werkzeuge entwickelt, um dieses mit vertretbarem Aufwand zu erreichen. media2mult ist ein serverbasiertes Autorensystem, bei dem der Dozent seine Inhalte im Webbrowser in einer Wiki-üblichen Syntax eingibt und dabei Grafiken, Audio- und Videodateien referiert. Der media2mult-Server erzeugt daraus sowohl eine Online-Fassung im HTML-Format als auch eine Druckversion im PDF-Format. virtPresenter ist ein Vorlesungsaufzeichnungssystem, welches die gesamte Prozesskette vom Aufnehmen über Videoschnitt und Videoproduktion automatisiert. Zu den Ausgabeformaten gehört eine Webbasierte Flashoberfläche mit komfortabler Navigation sowie MP4-Dateien, die als Podcasts in den Apple iTunes Store eingestellt werden können. Das Classroomquiz erlaubt den Hörern einer Veranstaltung, auf vom Dozenten formulierte Multiple-Choice-Fragen mit einem Bluetooth-fähigen Handy zu reagieren. Die Antworten werden als Balkengrafik in die laufende Powerpointpräsentation eingebaut.

Prof. Dr. Oliver Vornberger ist Direktor des Instituts für Informatik an der Universität Osnabrück und Vorstandssprecher des Zentrums für virtuelle Lehre an der Universität Osnabrück (virtUOS). Für sein Engagement im E-Learning erhielt er 2009 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den "Ars Legendi Preis für exzellente Hochschullehre" und vom Land Niedersachsen den "Niedersächsischen Wissenschaftspreis".

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Oberflächenreaktionen: Transformation auf atomarer Ebene (Vortrag)

Atome an Oberflächen von Festkörpern sind etwas ganz besonderes, da ihnen ein oder mehrere Nachbarn fehlen. Dieses „Defizit“ führt zu einer erhöhten Reaktivität. Atome und Moleküle aus der Gasphase docken bevorzugt an diesen Stellen an. Dies ist Grundvoraussetzung für die heterogene Katalyse an Festkörperoberflächen, wie wir sie beispielsweise im Autokatalysator verwenden. In diesem Beispiel „transformiert“ der Dreiwegekatalysator, genauer gesagt kleine Metallpartikel auf einem Keramikkörper, die giftigen Überbleibsel der Verbrennung (Kohlenmonoxid, Stickoxide) in ungiftige (Kohlendioxid, Stickstoff). Auf Oberflächen können die adsorbierten Moleküle zerfallen und andere neu gebildet werden. Diffusion, die zufällige Bewegung von Atomen und Moleküle auf einer Oberfläche, bringt die Reaktionspartner zusammen und entsteht mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit das Produkt. Der Vortrag behandelt die Physik solcher Oberflächenreaktionen, die Transformation auf atomarer Ebene darstellen. Er thematisiert deren Bedeutung, die zugrunde liegende Reaktionsmechanismen und gibt Einblicke in einige aktuelle Untersuchungen und Fragestellungen auf diesem Gebiet.

Prof. Dr. Stefan Wehner, Jahrgang 1969, verheiratet. Er studierte Physik an der Universität Bayreuth. Dieses Studium schloss er mit einer Diplomarbeit zum Thema „FTIR-Spektroskopie an Reaktionen von adsorbierten Mono- und Multischichten mit Atomen“ ab. Dem gewählten Schwerpunkt „surface science“ blieb er seither treu. Er promovierte in der Oberflächenphysik im Jahr 1999 über den Mechanismus der Reaktion von thermischen Wasserstoffatomen und Adsorbaten auf Oberflächen. 2000 ging er für einen PostDoc-Aufenthalt in die USA an das Department of Chemistry der University of California Riverside. Im Jahr 2006 habilitierte er in Experimentalphysik mit Arbeiten zu nicht-linearen Effekten bei Oberflächenreaktionen. Bis 2009 forschte und lehrte er als Privatdozent noch an der Universität Bayreuth. Seither ist er Abteilungsleiter Physik der Universität Koblenz-Landau am Institut für Integrierte Naturwissenschaften in Koblenz, dessen geschäftsführender Leiter er seit Anfang 2010 ebenfalls ist. Neben der Physik ist er noch aktiv bei den Pfadfindern.

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Transformationen des Bewusstseins: Schritte zu Erfahrung und Reife? (Vortrag)

Leben, Entwicklung und Fortschritt sind mit Übergängen und Wandel verbunden. Das gilt auch für politische Utopien gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen wie für erwünschte Transforma tionen des Bewusstseins einzelner Individuen oder größerer Gruppen. Transformation meint Umformung, Umwandlung oder Übertragung. Veränderte Bewusstseinszustände zählen zu den interessantesten Phänomenen der menschlichen Existenz (Vaitl). Sie führen zu neuen und außerordentlichen subjektiven Lebenserfahrungen. Erfahrungen folgen aus reflektierten und verarbeiteten Erlebnissen. Was treibt Menschen dazu, ihr Bewusstsein erweitern zu wollen? Der Vortrag widmet sich fünf Bereichen, die unser Wahrnehmen und Erfahren, Denken und Interpretieren betreffen. Einiges erläutert der Referent mit Beispielen aus eigenen Erfahrungen. Der Vortrag erinnert zu Anfang an eine vermutete automatische Transformation: (1) Der Schweizer Kulturphilosoph Jean Gebser versuchte, die Entwicklung des menschlichen Denkens und Bewusstseins im Lauf der Evolution in fünf Stufen zu gliedern: Das archaische, das magische, das mythische, das mentale (rationale) und jetzt das integrale Denken. Dann folgen wir Hinweisen auf Techniken und Wege zur beabsichtigten Transformation: (2) Verschiedene Kulturen haben von Askese und Atmen bis Yoga und Zen unterschiedliche Körperkünste, Rahmenbedingen und Rituale entwickelt, um in erweiterte oder sonst veränderte Bewusstseins zustände zu kommen. (3) Dazu haben fast alle Kulturen versucht, mit psychoaktiven pflanzlichen Stoffen oder heute mit Psychedelika veränderte Bewusstseinszustände zu erreichen. Das soll auch dem schamanischen Heilen oder nun der Psychotherapie dienen. (4) Darüber hinaus gibt es zahlreiche Berichte, wie Menschen unbeabsichtigt, zum Beispiel durch so genannte Nahtoderfah rungen, in kaum erklärliche, aber lebensprägende, Erfahrungswelten gerieten und nun glauben, über die Fragen von Leben und Tod, von Diesseits und Jenseits Wesentliches erkannt zu haben. (5) Das Streben nach transformierten Bewusstseinzuständen kann auch von religiösen oder allgemein spirituellen Absichten getragen sein. Fernöstliche Hochkulturen und Weisheitslehren bemühen sich mit körperlicher und geistig-spiritueller Selbstzucht, störende Emotionen zurückzudrängen, die Aufmerksamkeitsleistungen zu verbessern und von kurzfristigen Erleuchtungsphänomen zu dauerhaft transformierten Bewusstseinszuständen zu gelangen. Für unseren Kulturkreis ist im Neuen Testament die Verklärung Jesu (engl. transfiguration) auf dem Berg Tabor als klassische Transformation beschrieben worden.

Kurt Weis, geboren 1940, volljuristische, kriminologische und soziologische Ausbildung in Deutschland und den USA. An der Harvard Universität 1968 als Jurist promoviert, in Saarbrücken 1979 als Soziologe habilitiert, gern als Anthropologe unterwegs, diente er seit 1980 als Professor für Soziologie der Technischen Universität München. Dort leitete er, als Mitglied der beiden neuen Fakultäten für Sportwissenschaft und für Wirtschaftswissenschaften, bis 2006 das Fachgebiet Soziologie. Seit 1992 ist er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und seit 1998 Associate of the Hawaii Reseach Center for Futures Studies, University of Hawaii. Neben seinem erlernten Beruf als Wissenschaftler sucht er den Weg vom Buchwissen zum Erfahrungswissen und verfolgt dessen Anwendungsrelevanz. Dafür bestieg er manchen Gipfel, lernte von den Inuit sein Iglu zu bauen, durchquerte zu Fuß die Wüste Gobi (2003) und die Takla Makan Wüste (2006), vertiefte sich in die spirituellen Wege Indiens (u.a. 2009) und unterwarf sich den Ritualen der Schamanen am Amazonas (u.a. 2010).

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Transformation 2.0 - Wie Computer und Internet uns verändern (Vortrag)

Computer und Internet werden unsere Gesellschaft ebenso nachhaltig verändern, wie es mit der Erfindung des Buchdrucks vor über fünfhundert Jahren geschah. Unsere Nachkommen werden uns schon bald so betrachten, wie wir unsere Vorfahren vor der Erfindung des Buchdrucks: als beschränkt, abhängig und unmündig. Die Entwicklung ist rasant, und die langfristigen Veränderungen der Menschen und der Gesellschaft durch den digitalen Umbruch sind nicht abzusehen. Was sich erkennen lässt, sind die neuen Gesetzmäßigkeiten und die ersten Auswirkungen dieses Umbruchs. Die bisher nicht gekannte Transparenz und Vernetzung durch das Internet treibt uns technologisch zu Standardisierung, ökonomisch zu Kundenorientierung und sozial zu Integrität. Die Organisation des menschlichen Schwarmwissens und die Erschließung der Weisheit der Vielen bringen unsere soziale Selbstorganisation an eine neue Schwelle. Vieles von dem, was gestern noch utopisch oder unmöglich erschien, ist heute selbstverständlich. Und vieles von dem, was heute utopisch oder unmöglich erscheint, werden wir noch selbst erleben. Wir müssen besser darin werden, das Unmögliche zu glauben.

Prof. Dr. Ewald Wesslingist Experte für den digitalen Wandel. In zahlreichen öffentlichen Vorträgen und in Keynotes vor Fachleuten vermittelt er eingängig und unterhaltsam Expertenwissen auf Augenhöhe. Er war Konzernmanager und Geschäftsführer eines mittel-ständischen Verlages und verantwortete für Europas größten Zeitschriftenverlag, Gruner + Jahr, den ersten profitablen Online-Auftritt. Heute hilft er Unternehmen, ihre Stärken in die neuen digitalen Märkte zu übertragen, und coacht Inhaber, Vorstände und Geschäftsführer. Ewald Wessling studierte Volkswirtschaft, Publizistik und Philosophie in Münster, Harvard und Stanford und promovierte über „Information und Wissen“. Jetzt lehrt er als Professor für Kommunikation im digitalen Wandel an der SRH Hochschule in Berlin und hält Lehraufträge an weiteren Hochschulen. Dort pflegt er den Kontakt zu den „Digital Natives“, die heute mit der Maus in der Hand aufwachsen. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

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Transformation der Wahrnehmung - optische Täuschungen (Vortrag)

Wer kennt sie nicht? Phänomene bei denen uns unsere Wahrnehmung einen Streich spielt und wir die Dinge völlig anders sehen, als sie sind. Der Grund dafür liegt in der Verabeitung im Gehirn, wo neben den "optischen Daten" unter anderem auch Erfahrungen, Plausibilität und Emotionen entscheidend mitspielen. Der Vortrag soll anhand von anschaulichen Beispielen die Komplexität der Transformation vom optischen Reiz zur Wahrnehmung verdeutlichen und die Anfälligkeit gegenüber Täuschung beleuchten.

Andreas Wiese, geb. 1979, Diplom-Elektroingenieur, hat von 2000 bis 2005 in Siegen studiert. Nach mehreren Jahren in der Industrie wechselte er zurück zur Universität und entwickelt heute im Elektroniklabor der Fachbereichs Physik unter anderem fürs CERN. Neben Gleitschirmfliegen und Technik faszinierten ihn schon immer die Dinge, die ihr Geheimnis erst auf den zweiten Blick offenbaren.

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Gedanken-Text-Transformationen (Workshop)

Transformationspraxis. Wie kommt ein Gedanke auf das Blatt? Schreiben kommt vom Schreiben, es ist einfach Übungssache. In diesem Workshop werden zwar ein paar hilfreiche Bücher vorgestellt, aber wichtiger ist es selbst Hand an das Papier zu legen. Mit Hilfe der Cluster-Technik verdichten wir unsere Gedanken von amorphen ungreifbaren Gebilden in unserem Kopf zu Clustern und schließlich zu kleinen Texten. Die perfekte Metamorphose.

Stefan Wladarsch, 1966 in Ingolstadt geboren, Studium der physikalischen Technik an der FH München; Mitarbeit in der Chaosgruppe der TU-München (u.a. AK Philosophie; Mitarbeit bei einem Seminar über Nietzsche und Chaos); Seit der frühsten Jugend Kontakt zur Theaterarbeit (seit 2002 Jahren vor allem als Impro-Theaterspieler) und seit mehr als 25 Jahren schriftstellerisch tätig (u.a. mehrere veröffentlichte Kurzgeschichten, regelmäßige Lesungen von Poesie); arbeitet im Brotberuf als Qualitätsmanager und ist "Teilzeitvater".

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Stress und Gedächtnis (Vortrag)

Stress beeinflusst unser Gedächtnis. Hormone aus der Nebenniere (u.a. Cortisol) spielen hierbei eine zentrale Rolle. Stress kann sowohl verbessernde als auch verschlechternde Wirkungen auf das Langzeitgedächtnis ausüben. So vergessen wir z.B. eine Verabredung, weil wir bei der Arbeit „im Stress waren“. Anderseits erinnern wir uns an besonders emotional erregende Ereignisse oft ein ganzes Leben lang. Diese entgegengesetzten Befunde spiegeln die unterschiedlichen Wirkungen von Stress auf unterschiedliche Gedächtnisphasen wieder (Konsolidierung versus Abruf) wieder. Ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Stress auf die Gedächtnisleistung ist für verschiedene psychologische Anwendungsbereiche (klinische Psychologie, pädagogische Psychologie, Wirtschaftspsychologie) von Relevanz.

Prof. Oliver T. Wolf hat Psychologie (Diplom) an der Universität Trier studiert. Dort hat er auch promoviert (1997). Nach einem fast dreijährigen Forschungsaufenthalt in New York hat er an der Universität Düsseldorf gearbeitet, wo er sich auch habilitierte (2002). Anschließend erhielt er eine erste Professur an der Universität Bielefeld (2005). Seit 2007 leitet er den Lehrstuhl für Kognitionspsychologie an der Ruhr Universität Bochum. Der Forschungsscherpunkt seiner Abteilung liegt auf der Untersuchung der Auswirkungen von Stress (und Stresshormonen) auf Lern- und Gedächtnisprozesse beim Menschen.

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Programme transformieren Daten, Programmiersprachen die Softwareentwicklung (Vortrag)

In der Softwareentwicklung hat vieles mit Transformation zu tun: Programme transformieren Daten; Programmierer transformieren Programmcode entsprechend einer Spezifikation, Informatiker die Spezifikationen, Compiler den Programmcode zu Programmen. Bei jeder Transformation können Fehler passieren. Die meisten sind Bugs von Programmierern oder Designfehler der Informatiker. Bugs sind zwar ungewollt aber irgendwie sozial akzeptiert. Würde man dennoch Schuldzuweisungen machen, würden diese dort enden, wo die Fehler hätten vermieden werden können. Paradoxerweise enden sie selten bei der Wahl der Programmiersprache. Auf interessante Weise transformiert die Wahl der Sprache nicht einfach nur die Kompetenzen der Programmierer, sondern insbesondere Bugs und Designfehler zu Syntaxfehlern, welche der Compiler nicht akzeptiert. In diesem Vortrag werden die diesbezüglich wichtigsten Unterschiede von Programmiersprachen aufgezeigt. Dabei wird auch erklärt, was "Objektorientierung" und "Funktionale Programmierung" bedeuten. Der Vortrag richtet sich nicht nur an erfahrene Programmierer/Informatiker: die benötigten Vorkenntnisse (ähnlich wie beim Wikipedia-Artikel "Programmiersprache") werden während des Vortrags in wenigen Sätzen vermittelt.

Marc A. Ziegert, Dipl.Inf., (*1978) studierte 1999-2010 in unterschiedlichen Aus- und Übermaßen Informatik, (Kognitions-)Psychologie, Mathematik und Physik an der Universität Paderborn. Er ist seit 2004 Mitglied bei Mensa. Seine Interessengebiete liegen hauptsächlich in den genannten Studiengebieten, aber auch u.a. in Strategiespielen, Japanisch und Nahrungszubereitung. Er programmiert seit einem Lebensalter von ungefähr 13 Jahren (.BAT, QBasic, TurboPascal, x86-Assembler, Delphi, Visual-C++, Java, CommonLisp, (Prolog), (StdML), Haskell, C++ STL, (Erlang). bash, C, (TclTk). (JavaScript), (Python), (Lua), ...). Heutzutage fast nur in Haskell und C++.

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